Mehr als 19 000 Unterzeichner der Petition „Ich bin keine Fallpauschale“ fordern von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, dass er sich für die finanzielle Sicherung der Behandlung schwerstkranker Kinder einsetzt.

Margret Schill, Vertreterin der Initiative und selbst betroffene Mutter, übergab jetzt in Berlin die Unterschriften aus dem gesamten Bundesgebiet an die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz.

Es fällt überall auf: Ärzte und Pflegekräfte müssen immer mehr Aufgaben in immer weniger Zeit bewältigen. Die Zeit für die einzelnen Patienten bleibt zunehmend auf der Strecke, die Qualität der Versorgung sinkt. Eine Gruppe von Eltern, Pflegekräften und Ärzten an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen wollte und konnte diese Entwicklung so nicht mehr hinnehmen. Sie startete im Sommer 2013 die bundesweite Initiative „Ich bin keine Fallpauschale*“, um öffentlich zu machen, dass sie sich große Sorgen um die Versorgung kranker Kinder macht.

Die Initiative fordert eine kostendeckende Vergütung für die Behandlung sogenannter Extremkostenfälle – etwa Patienten mit besonders komplexen Krankheitsbildern oder Säuglinge mit einer angeborenen Fehlbildung, deren Behandlungskosten für die Kliniken über den Standard-Fallpauschalen liegen.  Besonders diese Extremkostenfälle sind es, die die Kliniken neben Themen wie Investitionsstau, Tarifschere und Pflegenotstand in die finanzielle Enge treiben und so die Versorgung gefährden.

Mehr als 19 000 Unterstützer aus dem gesamten Bundesgebiet unterzeichneten die Petition, darunter viele Eltern, Ärzte und Pflegekräfte. In Kliniken, Fach- und Bundesverbänden von Patientenvertretungen, beim InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) und bei Politikern wurde das Problem diskutiert, die Thematik neu ins Bewusstsein gerückt.

Margret Schill freut sich über den Erfolg, den die Aktion bereits jetzt gebracht hat: „Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung wurde festgeschrieben, dass nun bis Ende 2014 konkret geeignete Vergütungsformen von Extremkostenfällen vorgelegt werden müssen. Dazu hat unsere Initiative einen großen Teil beigetragen.“ Widmann-Mauz versprach zudem eine schnelle Stellungnahme zu einem mit den Unterschriften überreichten Fragenkatalog zu den aktuellen Missständen im Gesundheitswesen.